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Liebe Gefolgschaft,

das ausschließlich in printform erscheinende SiFi - Blättchen Ko{s}mische Novellen hat sich in seiner ersten Ausgabe mit einem Interview unserer Band gewidmet. Hier findet ihr einen Scan des Originals, sowie, zwecks besserer Lesequalität, eine ungekürzte Kopie.

Lieber Ibn, wir wissen, dass wir diese Ehre einmal mehr dir zu verdanken haben. Ein Großes DANKE an dieser Stelle!

 

Es gibt viele eigenartige Dinge auf dieser Welt. Manche wollen diskutiert werden und andere bleiben lieber ungeklärt. Wir sind uns einig: Genau solche Phänomene machen den Reiz und den Spaß im Leben aus. Ein so reizvolles Ungewisses stellt für uns im Moment die Band „Tag Sieben“ dar, die (bisher) weniger mit ihrer Musik, als vielmehr mit ihrer eigenartigen Aufarbeitung der eigenen Bandhistorie unser Aufsehen erregt hat (in diesem Sinne sei darauf hingewiesen, dass diese Bandhistorie auf www.tagsieben.at unter dem Menüpunkt „Skript“ nachgelesen werden kann). Wir von Ko{s}mische Novellen (KN) hatten das große Vergnügen, uns mit Schlagzeuger „Providenz“ (P) und Sänger sowie Gitarrist „Qessentia“ (Q) zu unterhalten, um etwas (so hoffen wir) Licht ins Dunkel zu bringen. Viel Spaß!

 

KN: Wenn wir unsere Recherchen richtig gemacht haben, dann haben wir mit Providenz und Qessentia jeweils ein Gründungsmitglied sowie ein Neumitglied der Band vor uns?

P: Richtig.

Q: Genau.

 

KN: Wir möchten gleich direkt rein springen: Eure Geschichte ist sehr eigenartig und sorgt bei einigen Lesern für Verwirrung. Selbst für Leute die mit der Thematik vertraut sind, liest es sich sehr kryptisch. Was steckt dahinter? Wohin führt das Ganze?

P: (lacht) Wohin das ganze führt können wir leider auch nicht sagen, das wissen wir selbst nicht. Und was dahinter steckt? Ganz ehrlich, manchmal fragen wir uns selbst wie wir hier rein geraten sind.

 

KN: Gab es dafür bei der Gründung nicht so eine Art Plan?

 

P: Nein, überhaupt nicht. Als wir die Band damals 2007 gründeten, ahnten wir nicht was dieser Name, also „Tag Sieben“, noch alles offenbaren würde. Aus dem nichts tauchte dieser Name auf, wir waren begeistert und weiter dachten wir uns nichts dabei. Aber ja, natürlich erzählen wir unsere Geschichte bewusst kryptisch und geheimnisvoll, das ändert aber nichts an den Tatsachen. Zufälle führten dazu, dass wir über die Jahre immer mehr in Erfahrung brachten, bis wir so dann langsam alles wie ein Puzzle zusammenfügen konnten. Das was man also heute auf unserer Homepage lesen kann, ist auch unser momentaner Wissensstand.

 

KN: Wie ist es für dich (Qessentia), wie erlebst du als Neumitglied diese Geschichte?

Q: Providenz kann da generell natürlich etwas mehr sagen als ich, weil er von Anfang an dabei war. Ich für mich wusste auf was ich mich einlasse und fühle mich sehr wohl damit. Ergänzen möchte ich noch, dass genau dieses „nicht wissen wohin es führt“ das Ganze so spannend und aufregend macht. Es birgt Unmengen an Überraschungen und keiner weiß wohin die Reise geht. Das kreative Potential das darin steckt ist enorm.

P: Cooles Detail am Rande: Damals, auf unserer ersten Homepage, damaliger Domain war übrigens www.tagsieben.eu, einige können sich vielleicht noch daran erinnern, bestand die Bandgeschichte aus lediglich drei oder vier Absätzen und eine Zeile lautete, so oder so ähnlich: „…was unser Bandname zu bedeuten hat, werden wir euch zu einem späteren Zeitpunkt erklären…“. Das ist jetzt etwa 7 oder 8 Jahre her.

 

KN: Interessant. Ihr habt also damals doch schon gewusst, dass da mehr dahinter steckt?

P: Naja, gewusst eigentlich nicht, aber gespürt auf jeden Fall.

 

KN: Könnt ihr etwas konkreter werden? Was waren das für Zufälle die ihr zuvor erwähnt habt?

P: Ganz Konkret zum Beispiel die Sache mit diesem Fluch (Anmerkung der Redaktion: „Der Fluch“ ebenfalls unter www.tagsieben.at nachzulesen). Man kann sich nicht ausmalen welche Hürden wir überwinden mussten, und eigentlich immer noch überwinden müssen, um diese Band neu zu vereinen.

 

KN: Zum Beispiel?

Q: Alleine die Strapazen mit den Proberäumen...

P: ...genau! Ich meine, man ist immer schnell damit zu sagen „oh es soll wohl nicht sein“ oder ähnliche Floskeln. Doch bei uns wurde es einfach absurd...

Q: ...ja...

P: ...wir wären heute schon viel weiter hätten wir von Anfang an einen geeigneten Raum gefunden. Stattdessen war es eine Odyssee, die uns, ich glaube, zwei Jahre beschäftigte und uns immer wieder an den Anfang zurück warf.

 

KN: Verstehe, das erklärt die relativ lange Zeitspanne die man aus der Geschichte herauslesen kann...

Q: Genau, denn in dieser Zeit mussten wir etwa vier Mal die Räumlichkeiten wechseln und uns mit den eigenartigsten Gegebenheiten abfinden die man sich nur vorstellen kann.

P: Klingt jetzt vielleicht nicht so schlimm, aber glaub mir, es wurde wirklich immer absurder. Stellenweise war uns echt zum Weinen zumute und ich dachte mir, das wird in diesem Leben nichts mehr.

Q: Ja. Und so kamen wir einmal zu dem Punkt wo wir nur noch lachen konnten und uns sagten: „Irgendwer oder irgendetwas muss was dagegen haben, dass diese Band zusammen kommt und Musik macht.“ Und dann schickt uns Ibn (Anmerkung der Redaktion: Ibn Al-Ahab Ward) diesen Brief...

 

KN: Der Brief mit dem Fluch?

P: Ja genau. Es muss erwähnt werden, dass wir zu diesem Zeitpunkt schon die ersten Erkenntnisse über das Skript und Tag Sieben in Erfahrung gebracht hatten...

Q: ...deshalb waren wir an diesem Punkt wohl nicht mehr zurechnungsfähig (lacht). Jedenfalls schickte uns Ibn diesen Brief von irgendeinem antiken Fluch eines irren Predigers der wörtlich sagte, man solle diesem Ding – und damit meinte er Tag Sieben- so viele Steine wie möglich in den Weg legen und so weiter.

P: Und dann steht man da und kann es selbst kaum noch fassen...

Q: ...und du fragst dich einfach nur: Sind wir jetzt alle verrückt oder was?

 

KN: Okay, ein wenig gruselig. Weil ihr gerade Ibn erwähnt habt, wie gestaltet sich eure Beziehung zueinander?

P: Naja, anfangs war es natürlich eine sehr zweckgebundene Bekanntschaft. Wir versuchten so viel wie möglich über das Skript und unseren Namen herauszufinden. Dazu reisten wir von London nach Numaira und da trafen wir unweigerlich auf Ibn.

 

KN: Das ist sein Spezialgebiet sozusagen?

Q: Ja, er ist ein weltweit anerkannter Skript-Forscher und Experte in dieser Thematik.

P: Er hat uns wirklich sehr viel geholfen und ich glaube, durch ihn haben wir unseren Weg gefunden. Wir blieben in Kontakt und mittlerweile ist er nicht nur ein Freund, sondern, ich würde sagen, er ist so eine Art Mentor für die Band.

Q: Der Pate, (lacht) wenn man so will.

 

KN: Das heißt er hat auch einen gewissen Einfluss auf die Band?

P: Ja schon (lacht). Wie wir anfangs schon erwähnt haben, wissen wir nicht wo die Reise hin geht. Ibn hingegen wirkt so als wüsste er es und er motiviert uns immer wieder zu den entscheidenden Schritten. Er segnet auch alles ab und gibt uns damit Sicherheit. Anscheinend tragen wir durch unseren eigenwilligen Namen, freiwillig oder nicht, eine Last auf unseren Schultern die mit sehr viel Erwartungsdruck einhergeht. Ibn hat sich sein halbes Leben lang der Thematik „Tag Sieben“ gewidmet. Ich glaube er will einfach sicher gehen, dass die Qualität stimmt und sein Lebenswerk nicht beschmutzt wird.

 

KN: Und für euch ist das in Ordnung, wenn sich praktisch ein Außenstehender einmischt?

Q: Für uns ist das total in Ordnung. Er ist nicht nur eine Motivation sondern auch eine große Inspiration. Dieser Mann hat so unglaublich viel erlebt und auch dementsprechend viel zu erzählen. Wir haben natürlich mitbekommen, dass es bei euch (Anmerkung der Redaktion: Ko{s}mische Novellen hat sich als erster Verlag Ibn Al-Ahab Wards Werk in deutscher Fassung angenommen) mittlerweile erstmals deutsche Übersetzungen von seinen Erzählungen gibt und das freut uns total für ihn!

P: Ja, er hat sich ein breiteres Publikum verdient.

 

KN: Danke für diesen Einblick. Kommen wir nun zum eigentlich wichtigsten Thema – nämlich der Musik. Es gibt einige Songs von früher – aus der von euch sogenannten „Trinity Ära“- und wahrscheinlich auch neues mit der aktuellen Besetzung. Im Moment findet man in eurem Angebot allerdings weder das Eine noch das Andere. Wollt ihr dazu etwas sagen?

Q: Tja, ganz ehrlich? Es hätte eigentlich schon längst was zu hören geben sollen. Klingt vielleicht wie eine lahme Ausrede aber wir hatten die letzten Monate irrsinnige Probleme mit unserem Bassisten.

P: Die wenigen Insider in unserem Umfeld wissen, dass es stellenweise so aussah als hätten wir keinen Basser mehr- und das ist eigentlich auch der Fall (lacht). Als wir das letzte mal in Bethlen waren...

Q: ...Dezember 2014?...

P: ...genau...wir waren von unseren Erkenntnissen total beflügelt weil es so gut lief, flogen zurück, starteten die Homepage um endlich unsere Geschichte zu erzählen und wollten eigentlich in kürzester Zeit mit den Aufnahmen für eine EP oder ähnliches beginnen. Unser Viersaiter hat natürlich in dieser Nacht ein einheimisches Mädchen kennen gelernt...

 

KN: Die typische alte story?

Q: ...genau, alte Geschichte. Jedenfalls flog er erst mit uns zurück und ein paar Wochen später flog er wieder nach Bethlen. Erst freuten wir uns, weil er natürlich Erkenntnisse für uns sammeln sollte, was er anfangs auch tat, allerdings wurde er immer nachlässiger und hing dann fast nur noch mit diesem Mädchen ab. So verstrichen die Monate.

P: Wir haben viel zu viel Zeit verstreichen lassen. Gott sei Dank hat Ibn dann endlich ein Machtwort gesprochen und uns gedrängt, so gut es geht zu dritt weiter zu arbeiten, und uns nach einem neuen Basser umzusehen.

 

KN: Ihr seid also zurzeit ohne Bassist und sucht offiziell einen Neuen?

Q und P: Ja!

 

KN: Aha. Was haltet euch eigentlich davon ab, beispielsweise die alten Songs neu zu veröffentlichen oder sonst wie anzubieten? Oder zählen die nicht mehr zum Repertoire?

P: Eigentlich nicht, nein. Es ist so, wir haben natürlich ständig darüber nachgedacht, denn das meiste Material von damals ist, in meinen Augen, ziemlich gut. Im Moment allerdings entspricht es nicht mehr unserem Qualitätsanspruch und auch nicht dem von Ibn.

Q: Ibn hat uns aber ermutigt die alten Nummern nochmals neu anzugehen und das wollen wir in irgendeiner Form in Zukunft auch machen!

P: Genau, aber jetzt wollen wir uns zuerst mal zu hundert Prozent dem neuen Material widmen!

 

KN: Stichwort neu! Wann können wir eine Hörprobe erwarten?

Q: Es wird wirklich nicht mehr allzu lange dauern. Wir warten noch auf die Anweisungen von Ibn, er hat erst kürzlich etwas angedeutet.

P: Es sollte wirklich nicht mehr lange dauern!

 

KN: Das hoffen wir auch! 

 

Ko{s}mische Novellen bedankt sich bei Providenz und Qessentia, von der Gruppe Tag Sieben, für das angenehme Gespräch.